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Antichrist - eine Analyse

Kód: 01630952

Antichrist - eine Analyse

Autor Manuel Uth

Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts, einseitig bedruckt, Note: 1,0, Philipps-Universität Marburg (Institut für Philosophie), Veranstaltung: Seminar: Religionskritik in der ... celý popis

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Studienarbeit aus dem Jahr 2009 im Fachbereich Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts, einseitig bedruckt, Note: 1,0, Philipps-Universität Marburg (Institut für Philosophie), Veranstaltung: Seminar: Religionskritik in der Moderne, Sprache: Deutsch, Abstract: Reißerische Titel verlieh Friedrich Nietzsche seinen halb philosophischen, halb poetisch-aphoristischen Werken. Und bei den Kapitelnamen der autobiographischen Spätschrift Ecce homo weiß man nicht, ob man den Autor bemitleiden oder aber besser über ihn lachen sollte. In der Tat liegt Nietzsches Stärke wohl nicht in philosophischer Argumentation. Nietzsche spricht eher aus, als dass er argumentiert, er verkündet. Und trotzdem kann er kaum einen Anspruch von Ernsthaftigkeit erheben, den man Nietzsche ja entgegen allem Anschein doch nicht absprechen möchte, wenn er nicht zumindest einige begründete Ansätze vorbringt. Was sind also die Gründe Nietzsches, die ihn so hart gegen Religion und Moral sprechen lassen? Was sind die Argumente gegen das Christentum? Und war Nietzsche eigentlich der unumstößliche Atheist und konsequente Nihilist, als der er immer gehandelt wird? Das sollen die Leitfragen der vorliegenden Arbeit sein, um deren Klärung ich mich bemühen möchte. Hauptsächlich wird hier Bezug auf Nietzsches Spätwerk hergestellt, vor allem den 1888 entstandenen Antichrist. Dieses kurz vor Nietzsches geistiger Umnachtung verfasste Werk zeugt von der abgrundtiefen Abneigung, die Nietzsche in seinem unstetigen und von schwerer Krankheit gezeichnetem Leben gesammelt hat, es ist quasi als die Kulmination seines religionskritischen Denkens zu verstehen. Moral, Christentum diese Ideologie der Schwachen ist ihm zutiefst vergällt. Und er versucht, sie aufgrund einiger weniger, kaum ausformulierter, aber doch wohl durchaus mitreißender Argumente vernichtend zu schlagen. Trotzdem ist das Erkennen eines Tenors in seiner Kritik durchaus mit Schwierigkeiten verbunden. Doch will man bereits im Voraus einen eindeutigen Vorgeschmack von Nietzsches Antichristentum geben, so lohnt es wohl am meisten, die Anklage des christlichen Kultes und der christlichen Moral am Ende eben des Antichristen zu zitieren: Diese ewige Anklage des Christentums will ich an alle Wände schreiben, wo es nur Wände gibt, ich habe Buchstaben, um auch Blinde sehend zu machen Ich heiße das Christentum den Einen großen Fluch, die Eine große innerliche Verdorbenheit, den Einen großen Instinkt der Rache, dem kein Mittel giftig, heimlich, unterirdisch, klein genug ist ich heiße es den einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit

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